Es gibt Situationen, die einen ohnmächtig und wütend zurücklassen – nicht weil man klar an etwas scheitert, sondern weil eine Kompliziertheit auf die nächste folgt, sodass man nie weiß, wann es aus ist. „Verflixung“ nennt dies die deutsche Philosophin Eva von Redecker. Was sie gesellschaftlich deutet, interessiert mich natürlich im Kontext von Organisationen: Wie gehen wir damit um?
Thema: "Politik&Gesellschaft"
Männer richtens an, Frauen richtens wieder?
Ich riskiere jetzt, dass ein paar Männer gleich aufhören zu lesen. Bitte nicht. Noch eine Minute Geduld. Das Thema hat nämlich was. Es geht darum, dass wir in turbulenten Zeiten nach der polternden Befreiung suchen, damit spektakulär einfahren, und dann müssen es andere mit ruhiger Hand richten, und das sieht dann niemand.
Ein Königreich für eine gute Vision!
Visionierungen oder Zukunftsbilder – so etwas wird bei mir derzeit kaum nachgefragt. Und wenn doch, dann stoße ich im Prozess oft auf starken Widerstand. Es wirkt, als ob es gerade nicht attraktiv ist, in die Zukunft zu schauen. Was Wunder auch. Allerdings ist das nicht besonders gescheit.
Es drängt zur Macht, dabei fehlt Zugehörigkeit
Seit einigen Jahren sehen wir, wie die Sehnsucht nach der Macht zunimmt. Rechtspopulistische Parteien und Personen haben Zulauf. Diverse Skandale ändern kaum etwas an deren Unterstützung. Auch in Organisationen sehen wir wieder steigende Tendenzen, hau-ruck zu machen und Gefolgschaft einzufordern. Woher kommt das? Ich glaube, aus Angst.
Einen Schritt näher kommen.
Als der berühmte Mystiker Abu Saíd in die Stadt Tus kam, strömten zu seiner Predigt soviele Menschen heran, dass nicht genug Platz in der Moschee war. „Gott möge mir vergeben“, rief der Platzanweiser: „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen.“
Krise? Transformation!
„Die Zukunft war früher auch schon mal besser“, sagte der Münchner Kabarettist Karl Valentin. Das war sie schon öfters in Krisenzeiten, aber jetzt haben wir auch noch mehr: eine Transformation. Wie stemmen wir sie? „by design or by desaster“? Viel hängt davon ab, wie wir darüber denken.
Keine Panik, so ist Krise.
„Krise“ heißt es, weil was Unerwartetes mit bisherigen Mitteln nicht zu stemmen ist. Unsere Reaktionen drauf sind allerdings erwartbar. Ein Blog über die „Fieberkurve des Change“.
Wo hängen wir unsere Autorität auf?
Das Wort „Autorität“ verwenden wir nicht so gerne – zu oft missbraucht, und passt nicht in den agilen Zeitgeist, weil wir ja alle „Partner“ sein sollen, eigenmotiviert, ein Verbund von seltsam Gleichen. Dabei brauchen wir Autorität und den Diskurs darüber echt notwendig.
Liebe Fachhändler, wir verlieren das
Wissen Sie, was eine Kederschiene ist? Ich wusste es nicht. Aber Amazon wusste es. Aber ich mag Amazon nicht. Aber was soll ich machen? Es ist nicht nur das riesige Angebot, das den Online-Handel anziehend macht. Es sind auch die unglaublichen Algorithmen, die einen alles finden lassen. Und wo bleibt der Kontakt?
Fakten sind wie Kühe
„Wer Fakten aufgibt, gibt die Freiheit auf“, sagt der Historiker Timothy Snyder. „Fakten sind wie Kühe“, entgegnet Dorothy L. Sayers: „Wenn man sie lange scharf ansieht, laufen sie weg.“ Sie sind Bilder, Annahmen – alles, nur keine Wahrheit. Also was jetzt: Leben wir in einer postfaktischen Zeit oder nicht?









