Idioten unter sich

"Idioten", ließ ich mich kürzlich von Hermann Scheer (im Brennstoff Nr. 35) aufklären, sind nicht die Blöden: Nach dem ursprünglichen Wortsinn der alten Griechen sind "idiotai" jene, die sich ausschließlich um ihre Privatangelegenheiten kümmern.

20. März 2014

} < 1 Minute zu Lesen

Kategorien:

„Idioten“, ließ ich mich kürzlich von Hermann Scheer (im Brennstoff Nr. 35) aufklären, sind nicht die Blöden: Nach dem ursprünglichen Wortsinn der alten Griechen sind „idiotai“ jene, die sich ausschließlich um ihre Privatangelegenheiten kümmern.
Der Gegensatz zum idiotes ist das zoon politikon, der für-das-Gemeinwesen-engagierte. Es galt damals als moralische Pflicht, ein solcher zu sein. Fairerweise muss man dazusagen:

  • Das alles betraf keine Frauen, keine Leibeigenen und keine Sklaven. Wer also so ein zoon politikon sein durfte, war schon recht eingeschränkt, um es höflich auszudrücken.
  • Damals gab es noch keine professionellen PolitikerInnen, die Politik als Geschäftsmodell betrieben. Der deutsche Politologe und Institutionalist Wolfgang Streeck beschreibt die heute verbreitete Form der Politik „private interest government“ – eben jenes Hineintragen des Privaten in öffentliche Politik, sodass Politik des „Öffentlichen“ immer weniger Platz hat.

Wer hat die Rolle heute? Vielerorts wird die „Zivilgesellschaft“ als jener Bereich beschrieben, der diese Rolle übernommen hat.

Wie tun wir Einzelnen damit?

Ich zumindest widme einen Teil meiner Arbeitszeit der Arbeit in der Zivilgesellschaft – als Gründungsmitglied von Attac, und zum Beispiel mit dem Trainingsangebot „Gute Teams versetzen Berge“ auf der Aktionsakademie – vom 28. mai bis 1. Juni 2014 in Steyr. Oder das „PolitLab“, als zivilgesellschaftliches Organisationslabor.

Dürfen wir Sie auf dem Laufenden halten?

Der Newsletter aus unserer #werkstatt der Beratung – Inspiration und Angebote inklusive. 3-4mal im Jahr, DSGVO-konform.

Vielleicht auch interessant?

Verflixt und zugenäht!

Vor kurzem hatte ich einen, naja, nennen wir es: Kontaktversuch mit meinem Telefonprovider drei.at. Es ging um eine Kleinigkeit. Stellt sich heraus, dass man das Serviceteam nicht mehr direkt kontaktieren kann – man muss mit einem Chatbot namens Troy "reden", und...

mehr lesen

Männer richtens an, Frauen richtens wieder?

Kürzlich erzählte mir meine Partnerin in entrüstetem Ton "Warum machen soviele Männer gerade soviel kaputt, und dann müssens die Frauen richten?" Und tatsächlich – ein paar Beispiele gibt es ja. Da wäre zum Beispiel die bei weitem beliebteste österreichische...

mehr lesen

Prompten statt lernen? Prompten und lernen!

Bis der Buchdruck dazu führte, dass die Breite der Gesellschaft lesen konnte, dauerte es Jahrhunderte. Das Telefon brauchte etwa hundert Jahre. Die Massenmotorisierung dauerte etwa sechzig Jahre. Es dauerte zehn Jahre, bis das Internet ein Massenphänomen war. Bis sich...

mehr lesen