Corona-Regeln im Shutdown 2 ab 17.11.2020

Ein neuer, zweiter „Shutdown“ kommt ab 17.11.2020 und gilt bis 6.12.2020. Hier sind die Einschränkungen für Beratung und Gruppenarbeit ausgeführt.

Zusammenfassung:

Kundenbereiche: „Nicht körpernahe Dienstleistungen“ dürfen weiterhin aufgesucht werden.

Arbeit „am Ort der beruflichen Tätigkeit“ ist erlaubt, aber ohne Kundenkontakt. Geschäftliche Kontakte (Contractings, Besprechungen) dürfen wahrgenommen werden.

Veranstaltungen sind erlaubt für notwendige berufliche Tätigkeiten, wenn diese nicht online möglich sind, sowie „unbedingt notwendige Ausbildungen“.

Ausgangssperren gelten nicht für jene Zwecke, zu denen wir unsere Leistungen anbieten dürfen.

Im Detail

Kundenbereiche (§5)

Generell ist das Betreten von Kundenbereichen durch KundInnen verboten. Ausnahmen:

  • „Nicht körpernahe Dienstleistungen“ dürfen weiterhin aufgesucht werden (§5:1). Unsere Beratung muss daher für diesen Lockdown strikt auf Distanz bleiben. Ob der Zweck der Beratung beruflich oder privat ist, ist unerheblich.
  • Das Betreten von Kundenbereichen für „zweiseitig unternehmensbezogene Geschäfte“ ist erlaubt. Damit gemeint sind Kontakte unter Unternehmen („b2b“), wie Unternehmensberatung (§5:1).
  • „Freizeiteinrichtungen“ müssen geschlossen bleiben. Was immer wir anbieten, darf nicht zur „Unterhaltung, Belustigung oder Erbauung dienen“.

Folgende Einschränkungen gelten beim Betreten:

  • Es gilt strikte Abstandspflicht, das Tragen einer abdeckenden Schutzmaske (keine Screens oder Schilde; alternativ sind Trennwände erlaubt) und maximal 1 Kunde pro 10 Quadratmeter Fläche.
  • Der Kunde darf auf seinen Mund-Nasen-Schutz verzichten, wenn es für die Dienstleistung erforderlich ist (der Dienstleister nicht; §5:6:2).

Am Arbeitsort (§6)

… gilt die 1-Meter-Distanz. Muss diese unterschritten werden, gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht oder alternative Regeln zur Infektionsreduktion – die Verordnung erwähnt z.B. feste Teams.

Alten-, Kranken- und ähnliche Einrichtungen (§§10-11)

… dürfen von Personen betreten werden, die „zum Betrieb der Einrichtung erforderlich sind“. Coachings und Supervisionen vor Ort sind also erlaubt. Bettenführende Einrichtungen müssen für das Einlassen einen negativen COVID-19-Test oder eine zertifizierte Maske (CPA) verlangen.

 Veranstaltungen (§12)

  • … sind erlaubt, wenn sie unaufschiebbar und zur Aufrechterhaltung der beruflichen Tätigkeit notwendig sind und nicht in digitaler Form abgehalten werden können (§12:1).
  • … sind erlaubt, wenn diese „zu unbedingt erforderlichen beruflichen Aus- und Fortbildungszwecken“ sind (§12:9).

Folgende Regelungen gelten:

  • beim Betreten ist Mund-Nasenschutz und Abstand Pflicht.
  • Während der Veranstaltung gilt keine Abstands- und MNS-Pflicht (ist das eine Lücke in der Verordnung?). Allerdings besagt die Verordnung: Ist das Tragen von Mund-Nasen-Schutz auf Grund der Art der Ausbildung nicht möglich, dürfen es alternative Schutzmaßnahmen sein, die das Infektionsrisiko minimieren.

Ausgangsbeschränkung (§1)

Die eigene Wohnung darf zum Aufsuchen jeder Dienstleistung verlassen werden, die erlaubt ist – was uns erlaubt ist, dazu dürfen unsere Kunden uns also besuchen. Das Verlassen des Wohnorts zu beruflichen Zwecken ist ohnehin erlaubt.

Eine Übersicht des Gesundheitsministeriums

Zusammenfassung der COVID-19-Notmaßnahmenverordnung. Quelle: BMS

Einschätzung der rechtlichen Lage

  • Einzel- und Teamsupervisionen und -coachings sind sowohl beim Kunden als auch in den eigenen Räumlichkeiten erlaubt, mit den Einschränkungen: Abstand, MNS (zumindest für den Dienstleister) und 10-Quadratmeter-Regel.
  • Größere Versammlungen sind ebenfalls erlaubt, sofern diese …
    • … am Arbeitsort des Kunden statt finden (§6; Wir BeraterInnen dürfen daran teil nehmen, weil mit unserer Anwesenheit ein „zweiseitig unternehmerisches Geschäft“ vorliegt (§5:1).
    • … unaufschiebbar und zum Erhalt der beruflichen Tätigkeit notwendig sind (z.B. ein wichtiger Meilenstein eines OE-Projekts)
  • Dass Ausbildungen erlaubt sind, wenn sie „unbedingt notwendig“ sind, ist vage – angesichts der Kürze der Maßnahme würde ich dies nur annehmen, wenn eine Verschiebung auf die Zeit nach dem 7. Dezember unverhältnismäßig wäre, z.B. weil ein ganzes Semester verloren ginge.

… und dann die faktische Lage:

Als einer, der gerade mit einer frischoperierten Knieprothese im Krankenhaus liegt, bekomme ich die Unsicherheit einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems unmittelbar mit: Die sorgenvollen Gesichter gehen in meinem Zimmer täglich aus und ein. Was immer wir tun, sollten wir uns an der Weiterverbreitung des Virus aus Gründen der Mitverantwortung nicht beteiligen. Wir finden innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen unsere Möglichkeiten, mit minimalstem Ansteckungsrisiko zu arbeiten – online und in Präsenz.

Quellen

Covid-19-Notmaßnahmenverordnung im Wortlaut

Infoseite des Sozialministeriums zur Covid-19-Pandemie (meist 1-2 Tage verspätet aktuell)

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